futureSAX-Interview Dr.-Ing. Oliver von Quast
„Wichtigster Motivator sollte sein, Produkte und Dienstleistungen an konkreten Kundenbedürfnissen auszurichten.“
futureSAX-Interview mit Dr.-Ing. Oliver von Quast

Start-ups fit für operative Aufgaben machen und ihre Marktorientierung stärken. Das ist das Ziel des Förderprogrammes, das Trainings, gute Vernetzung vor allem im Raum Berlin mit guten Investoren und Industriepartnern für die Start-ups bietet. Es wird von der WISTA MANAGEMENT GmbH in Schirmherrschaft geführt, ein erfahrener Standortbetreiber und Netzwerkmanager für die wissenschaftlichen und innovativen Einrichtungen im Technologiepark Berlin Adlershof. Auch namenhafte Partner wie die GASAG, Stromnetz Berlin, die BTB GmbH und der Bundesverband neue Energiewirtschaft sind unterstützend beim Programm dabei.
futureSAX: Bitte beschreiben Sie Ihre Beteiligungsgesellschaft in wenigen Worten:
Dr.-Ing. Oliver von Quast: Ziel des Programmes ist es, die Start-ups fit für operative Aufgaben zu machen und das Verständnis von Markt und Kunden zu schärfen. Zu diesem Zwecke sollen neben Trainings, insbesondere nachhaltige Kontakte mit (Berliner) Industriepartnern angebahnt und etabliert werden. Die WISTA MANAGEMENT GmbH, die Schirmherrin des Programms ist, ist ein erfahrener Standortbetreiber und Netzwerkmanager für die wissenschaftlichen und innovativen Einrichtungen im Technologiepark Berlin Adlershof. Die Industriepartner sind GASAG, Stromnetz Berlin, die BTB GmbH und der Bundesverband neue Energiewirtschaft (bne).
futureSAX: Welche Branchen sind für Ihre Investments von Interesse?
Dr.-Ing. Oliver von Quast: Hauptsächlich die Energie- und Utilities-Branche. Da das Thema Energie jedoch recht weit gefasst ist, ist das Programm auch für Unternehmen, die z.B. ITK-Lösungen (z.B. im Bereich Big Data oder Internet of Things) anbieten, attraktiv. Oft wissen Start-ups noch gar nicht, dass ihre ITK-Lösungen in der Energiewelt von morgen eine große Rolle spielen können. So fallen z.B. mit der Installation von Smart Metern Daten im Viertelstundenrhythmus an, die bisher nur 1-2 mal pro Jahr erfasst wurden. Bisher gibt es kaum bestehende Lösungen, um mit der enormen Menge von Daten umzugehen. Hier könnten z.B. geeignete Big-Data-Lösungen sehr gute Dienste leisten.
futureSAX: Welche Unternehmensphasen sind für Sie interessant?
Dr.-Ing. Oliver von Quast: Wir interessieren uns vordergründig für Unternehmen in der pre-Seed und Seed-Phase, das sind in der Regel Unternehmen, die vor 0-5 Jahren gegründet wurden. Ausnahmen bilden Start-ups, die Ihre Produkte bisher noch nicht im Energiesektor angeboten haben (s.o.). Diese können ggf. auch älter sein. Wichtigster Motivator für die Gründer sollte die Chance sein, ihre Produkte / Dienstleistungen mit den Industriepartnern an konkreten Kundenbedürfnissen ausrichten zu können.
futureSAX: Welche Beteiligungsformen bevorzugen Sie? Warum?
Dr.-Ing. Oliver von Quast: Eine Beteiligung ist kein wesentlicher Erfolgsbestandteil nach Absolvierung des Programms. Wir arbeiten daran, Unternehmen dafür zu gewinnen, sich früher oder später für den attraktiven Wissenschaftsstandort Berlin und hier besonders Adlershof zu interessieren. Sollten die Industriepartner im Laufe des Programms eine Beteiligung anstreben wollen, unterstützen wir dies sehr gerne. Im Übrigen halten wir strategische Beteiligungen seitens der Industrie – auch zu einer frühen Phase – für einen guten Weg. Allerdings sollte dann die Beteiligung gut vorbereitet werden und beide Partner sich und das Produkt sowie den konkreten Einsatzbereich gut kennen. Eine längere Vorbereitungsphase ist dafür unumgänglich.
futureSAX: Welche 5 Attribute muss ein Start-up / Unternehmen mitbringen, um Sie zu überzeugen?
Dr.-Ing. Oliver von Quast:
- Hervorragendes Team
- Zumindest erster Prototyp eines Produktes bzw. einer Dienstleistung sollte bestehen
- Produktidee sollte im Kompetenzbereich der Industriepartner (GASAG, Stromnetz Berlin, BTB Blockheizkraftwerks- Träger- und Betreibergesellschaft) liegen
- Belastbarer Business Plan sollte vorhanden sein
- Vertriebliche und strategische Kompetenz sowie Flexibilität und keine Beratungsresistenz
futureSAX: Bis zum 15.1.2016 können sich Start-ups noch für Ihr A² Energy Accelerator-Programm bewerben. An wen genau richtet sich das Programm und was erwartet die teilnehmenden Jung-Unternehmer?
Dr.-Ing. Oliver von Quast: Das Programm richtet sich an junge Unternehmen die die Energie- oder Cleantech-Branche im Fokus haben und bereits erste Produkte zur Verfügung haben, die ggf. noch im Markt erprobt werden müssen - also im Wesentlichen an einem Proof-of Concept mit einem professionellen Industriepartner interessiert sind. Wenn die Gründer außerdem noch ihren Außenauftritt optimieren und ihre Managementkompetenz professionalisieren wollen, können wir ihnen mit dem A2 Energy Start-up Accelerator-Programm, eine Initiative des Landes Berlin zur Förderung des Wissenschaftsstandortes Berlin Adlershof, genau das Richtige anbieten: www.adlershof.de/a2.